Die Überflieger sind eine Jugendhilfeeinrichtung der Landkreise Diepholz und Nienburg mit überregionaler Belegung. Das Unternehmen ist seit 1996 dank erfolgreicher und zuverlässiger pädagogischer und therapeutischer Leistungen stetig gewachsen, hat zahlreichen jungen Menschen geholfen und bisher über 100 Arbeitsplätze geschaffen.


Wie wir arbeiten

Wir richten unsere Arbeit nach der aktuellen Bindungstheorie aus: Das Wesentliche, das allen BewohnerInnen fehlt, sind konstante und förderliche Beziehungen zu wohlwollenden Personen. Dieses Defizit hat sich häufig in Bindungsrepräsentationen manifestiert und soll in unserer Einrichtung durch neue, positive Erfahrungen ausgeglichen werden.

Zahlreiche gefährdete junge Menschen haben ein negatives Selbstbild. Offene Kommunikation ist meist gehemmt. Innerhalb einer Atmosphäre von gegenseitiger Akzeptanz und Vertrauen sollen u. a. gelenkte Gruppenprozesse pädagogisch-therapeutische Ergebnisse wie Identitätsbildung, soziale Anerkennung und Handlungskompetenz bewirken. Wichtig ist die Erkenntnis, dass sich die negativen Verhaltensweisen als erlernte Lösungsstrategie in der Vorgeschichte bewährt und meist verinnerlicht haben - wenn z.B. ein Kind nur Aufmerksamkeit bekommt, wenn es schlägt oder Gegenstände zerstört. Grundsätzlich hat jedes Kind den Wunsch gut zu sein. Mit diesem Wissen gelingt es, mit Entwicklungsstörungen gelassener umzugehen und sich so durch Förderung und Akzeptanz auf das „Lebensglück“ des jungen Menschen zu konzentrieren. Einem Kind Freiheit zu verschaffen ist sehr leicht und wird sogar mit einem laissez-faire-Erziehungsstil erreicht; einem Kind hingegen zu Autonomie zu verhelfen, mit der es die Freiheit auch zu nutzen versteht, erfordert mehr Erziehungsgeschick, wie z. B. den Mut zur Konfrontation, das Zugewandtsein auch bei deviantem Verhalten usw.. Kinder, Jugendliche und junge Mütter sollen innerhalb eines freundlich-bejahenden Alltagsmilieus zugunsten einer positiven Entwicklung gefördert und gefordert werden.


Unsere Ziele

Ziel ist es, die teilweise dramatische oder traumatisierende Vorgeschichte und die daraus entstandenen negativen Lebensgefühle mit Hilfe von neuen positiven Erfahrungen zu „überfliegen“ und hinter sich zu lassen.

Letztendlich sollen das Bindungsverhalten und die Bindungsrepräsentationen zum Positiven verändert werden um nicht nur kurzfristig störende Verhaltensweisen abzulegen, sondern um langfristig die Chancen zu erhöhen, erfolgreiche Lösungsstrategien für möglichst viele Lebensbereiche parat zu haben oder selber entwickeln zu können. So können wir dann in ein eigenständiges Leben mit vorteilhaften Aussichten und eigener Wohnung entlassen oder ggf. eine Rückführung in die Herkunftsfamilie anstreben.


Die Aufnahme von Kindern, Jugendlichen und Müttern erfolgt entsprechend den gesetzlichen Vorgaben ausschließlich nach Zuweisung durch die jeweiligen Jugendämter.

Rechtsgrundlage: §§ 27,34,19 und 36 SGB VIII, aber auch §§ 35a (Therapeutische Kinderwohngruppen) und 41 SGB VIII